Schwarzer Dienstag für Opel

by Jürgen Freitäger 4. November 2009 17:10

GM hat Opel mit dem Management der vergangenen Jahrzehnte und der gestrigen Entscheidung an den Rand des Grabes gebracht. Management, Mitarbeiter und Kunden akzeptieren nach dem Hin und Her der letzten 12 Monate kein amerikanisches Management mehr. GM hat in der deutschen Politik inzwischen nahezu jegliches Vertrauen verspielt. Aber GM konnte Opel nicht aufgeben. Wertvolles Know-how drohte abzufließen, und GM hätte den Zugang zum europäischen Markt verspielt.

Jetzt gilt es für GM, den Scherbenhaufen zusammenzukehren und schnell einen Neustart zu beginnen. Dabei braucht New Opel nicht den x-ten Restrukturierungsplan, sondern dringend eine klare und nachhaltige Strategie für Europa und für die eigene Rolle als Teil des GM-Konzerns. Das geht nur mit neuen Köpfen auf beiden Seiten des Atlantiks und eindeutig mehr Autonomie für Opel. Wie eine autonome und Synergien nutzende Markenführung im Automobilsektor aussehen kann, dazu liefert Volkswagen mit seinen Marken die Referenzbeispiele. Nur so sind Wachstum, Markenidentität und Economies of Scale in der Automobilbranche zu realisieren. Die einzige Überlebenschance für Opel.

Das neue GM-Management hat mit der gestrigen Entscheidung sich selbst vor eine Mammutherausforderung in Sachen Vertrauensbildung und Motivation gestellt. Den Opel Mitarbeitern kann man nur wünschen, dass GM in Europa in einem schwierigen Marktumfeld nicht endgültig Schiffbruch erleidet. Ansonsten werden die Opelaner selbst den maßgeblichen Beitrag zum notwendigen Kapazitätsabbau in der europäischen Automobilbranche erbringen müssen.

 

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